9 Grundparadigmen des KeieiDo

Ein Mensch reicht, um Lärm zu machen.  Alle sind gefragt, wenn es um Stille geht.   [Kukishin Kasasagi]


Stille

Der höchste Wert im KeieiDo ist die Stille. Innere Stille ermöglicht das konzentrierte Arbeiten. Innere Stille ist bedingt durch äußere Stille:

  • Ruhe im Raum
    • keine offenen Gespräche
    • keine Unterhaltungen
    • keine Ventilatoren
    • kein Straßenlärm
    • keine Luftverschmutzung

Daher werden ruhige Räume benötigt:

  • Die Tür kann geschlossen werden
  • Fenster können geöffnet werden

Für laute Aktivitäten kann hinausgegangen werden oder in spezielle Räume in speziellen Gebäudeteilen.

 

Es gibt Menschen, die bei äußerem Lärm sagen, besser arbeiten zu können. Doch den meisten Mitarbeitern scheint es nicht so zu gehen:

  • Ein Mensch reicht, um Lärm zu machen.
  • Alle sind gefragt, wenn es um Stille geht.

Wut & Aggression

Wut und Aggression sind frühkindliche Emotionen im Kampf um Sichtbarkeit und frühkindliche Identität im Sinne von Wertigkeit.

 

Wut zeigt nicht nur die mentale einmalige Entgleisung oder chronische Selbstentfremdung - sie ist auch immer ein Mittel der Unterwerfung.

 

Unterwerfung und KeieiDo passen nicht zusammen.

  • Management basiert auf Zusammenarbeit.
  • Unterwerfung verhindert und zerstört Zusammenarbeit.

Daher gilt:

  • Eine wahre Führungskraft agiert nicht aus der Wut heraus - sondern hat sich "unter Kontrolle".
  • Eine wahre Führungskraft sorgt für Harmonie um Team, damit es seine Energie auf die Arbeit richten kann und nicht auf Wiederherstellung von Respekt, Vertrauen und Gerechtigkeit.

 

Transparenz & Erklärung

Alle Fragen und Handlungen werden erklärt. Damit kann das Umfeld Ideen nachvollziehen. Erklärungen beweisen Respekt und Vertrauen.

 

Komplexe Sachverhalte werden visualisiert. Hiermit können nicht auch andere gut verstehen, worum es geht. Auch die unterbewussten Anteile werden in das Geschehen mit einbezogen.

 

Mittel, die unter anderem verwendet werden, sind:

Offen werden diese Visualisierungen kommuniziert und sind interaktiv.

 

Wie im Gerichtssaal und an Hochschulprüfungen darf die Öffentlichkeit - also jeder Mitarbeiter - zusehen, dass sein Unternehmen rechtens und besten Wissens und Gewissens geführt wird.

 



Mentoren statt Führungskräfte

Da wahre Führungskräfte selten sind - doch vor allem, weil die mit Führungsverantwortung verbundene Macht die meisten Menschen bereits verdirbt, bevor sie sie erreicht haben, wird von klassischer Führung abgeraten.

 

Stattdessen werden Mentoren eingesetzt. Der Unterschied ist die Methodenorientierung der Mentoren - im Vergleich zur emotionalen Inkompetenz von Einzelpersonen.

 

SCRUM-Master aus dem Agilen Projektmanagement sind ebenfalls Mentoren. Dies gilt auch für Diskursive Moderatoren, deren methodische Fähigkeiten dieselben sind, nur anders heißen. Beispiele sind:

Die Entscheidung mehrerer Experten ist immer besser als die eines Einzelnen, der sich für Gott hält.  [Kukishin Kasasagi]

 

Mensch vor Rolle

Mitarbeiter sind immer zwiegespalten:

  1. Mensch
  2. Rolle.

Der Mensch ist Grün, die Rolle ist Blau.

 

Grün steht für die limbische

  • Offenheit
  • Feinfühligkeit
  • Empathiefähigkeit  (und)
  • Herzlichkeit.

Blau steht für

  • den Computer in uns
  • Fachlichkeit
  • Ratio
  • Ernsthaftigkeit.

Der Mensch steht im KeieiDo immer vor der Ratio. KeieiDo ist ZEN. Die Quelle ist dieselbe.

 

Ablehnung und Kritik richten sich immer gegen den Menschen. Daher auf beides verzichten.  [Kukishin Kasasagi]

Methodik vor Wissen

Wissen ist immer eine Fixierung auf etwas Angenommenes. Was als angenommen gilt, bestimmen meist Status, Macht und kultureller Einfluss der Wissensquelle.

 

Methodik ist die spontane Erzeugung von Erkenntnis. Erkenntnis ersetzt Wissen. Erkenntnis ist Jetzt, Wissen ist Erinnerung.

 

Da sich die Welt im Wandel befindet, werden Methoden immer wieder aktuelle Erkenntnisse aufzeigen müssen, um diese nicht in starres, fixierendes Wissen zu wandeln.

 

Was Methoden anbelangt, ist sicherzustellen, dass diese nicht auf Wissen basieren, sondern immer wieder methodisch hinterfragt und auf sogenannte Kernmethoden zurückgeführt werden können.

 

Der Homunkulus und die Heldenreise bilden solche Kernmodelle und Kernmethoden.

 



Kontinuierlicher Wandel

Spätestens, wenn Sie in Japan einen Meister besucht haben, um mit ihm zu tiefer (Selbst-) Erkenntnis zu gelangen, auf einem der zahlreichen alten japanischen Wege, werden sie erkannt haben:

  • Stillstand und Fixierung sind wie der Tod.

Sie erinnern sich an das Beispiel des Paddlers, der in seinem Boot flussaufwärts paddelt. Wenn er aufhört zu paddeln, treibt ihn die Strömung zurück (in den Tod).

 

Aus diesem Grunde wird Sie der japanische Meister niemals Loben. Denn Lob wirkt auf das Stammhirn und schafft Wert. Wert ist Macht und Status. Diese Schätze wollen behalten werden. Daher beginnt man, das was man (erreicht) hat zu bewahren und kämpft darfür.

 

Und schon wandelt man sich nicht nur nicht weiter. Man verschwendet auch alle Energie für Angst und Kampf.

 

Lob ist für viele Menschen wichtig - doch nicht das Erreichte darf gelobt werden, sondern der Mut, den Weg zu gehen, der notwendig war, um die Fähigkeiten zu erlangen, es zu erreichen.  Warum?

(Meist nicht nur einmal daneben - meist gleich dreimal.) 

[Kukishin Kasasagi]

 

 

Wider Macht, Status und Politik

Aus diesem Grunde dürfen in Unternehmen keine der drei Anker vorhanden sein:

  • Macht
  • Status
  • Politik

Daher muss verhindet werden, dass diese

  1. enstehen
  2. sich manifestieren.

Denn sie haben nur ein Ziel:

  • Sie halten pro-aktiv den Wandel des Unternehmens auf und führen es in den Tod.

Tod ist hier nicht nur Stillstand, sondern auch:

  • unnötige Entlassungen
  • unnötige Degradierungen
  • unnötige Projekte
  • unnötige Kontrollen
  • unnötige Überwachungen
  • unnötige Sanktionierungen.

Entsprechend wichtig ist die Bedeutung kollektiver Expertenentscheidungen und des gemeinsamen agilen Miteinanders.

 

Aufgaben und Projekte

Aus Macht und Druck werden Lean Management und Kanban.

 

Das meist zwangsgetriebene, schuldbezogene annehmen über alle Maßen vieler Projekte und die daraus resultierende Wut schon gegen einfaches Hinterfragen oder den Wunsch nach Priorisierung wandeln sich zurück in Geistesverstand (Denkfähigkeit) und Menschenverstand (Biologie).

 

Neue Aufgaben und neue Projekte werden erst angenommen, wenn die alten Aufgaben und Projekte abgearbeitet sind und/ oder freie Kapazitäten zur Verfügung stehen.

 

Immer mehr Aufgaben durchdrücken zu wollen, in derselben Zeit und Qualität ist eine Form von Geisteskrankheit. Diese Zwangsstörung wird im KeieiDo durch einen Wandel in Paradigmen und Prozessen offen angegangen und kommuniziert.

 

Sollte am Ende das Primitive nach einem Schuldigen suchen, muss es genau dieser Geisteskranke sein und nicht seine Opfer. Aus diesem Grund ist Transparenz im KeieiDo derart wichtig.