Beobachten im ZaZen

Erkennen der Entfremdung



Masken der Krankheit

Schaut man sich den Krankheitskatalog ICD 10 an, wir man - auch als Nicht-Psychologe - schnell erkennen, wie starkt die meisten Menschen, die man kennt - inclusive der eigenen Person - von Störungen behaftet sind.

 

Die meisten Kulturen verpöhnen das Zeigen solcher Störungen. Doch je höher die Position - gleich ob in Politik, Wirtschaft oder einem anderen Hierarchischen System - desto eher erlaubt sich die jeweilige Ebene, die Störungen nicht nur offen zu zeigen, sondern sie auch zu nutzen oder als Identität zu verwenden.

 

Dennoch bliebt jede expressive Handlung, jede impulsive Kontrollosigkeit, jede Selbstverherrlichung immer eine Störung.

 

"Führungskräfte" oder Geschäftsführer ohne eine solche Störung zu finden, ist höchst selten. Man glaubt, die eigene Genialität, aus der heraus man vermeintlicher Weise seine Position erlangt hat, durch das Aufzeigen der Krankheiten zu legitimieren.

Unwissende

Der unwissende Mitarbeiter wird mit hoher - nämlich 70 %-iger - Warhscheinlichkeit darauf hereinfallen:

  • Das hätte ich aber nicht von Ihnen erwartet!
  • Das kann doch nicht Ihr Ernst sein!
  • Das wird Ihnen nicht noch einmal passieren!

All dies sind Formen dieser Geisteskrankheit.

 

Entstehen im Unwissenden hierauf Scham- oder Schuldgefühle, sind auch diese störungsinduziert. Denn es sind krankhafte Antworten unseres Autopiloten auf das krankhafte Verhalten des Sprechers.

 

Schuld, Angst, Scham, Stress, Hysterie und alle weiteren Emotionen und assoziierten archetypischen Verhaltensweisen sind nur Co-Pathologien zu wiederum archetypischen, krankhaft kindlichen Angriffsmusten.

 

Erst wenn ich dies erkenne, besser bewusst als unbewusst, werde ich die Kopplung von Angriffsmuster und Autopiloten zu unterbrechen vermögen.




Angriff in die Leere laufen lassen

Die Herausforderung besteht für den Menschen, ein jedes emotionsbasiertes archetypisches Verhalten ins Leere laufen zu lassen, durch Erkennen der Krankheit dahinter.

 

Ein passenderes, weil neutraleres Wort als "Krankheit" ist wohl die "Entfremdung".

 

Erkennt man also emotionalisiertes, entfremdetes Verhalten im Gegenüber oder in der Umwelt, ist es wichtig, dieses auslaufen zu lassen und nicht direkt darauf zu reagieren. Diese direkte Reaktion ist nämlich meist durch den Autopiloten und die von ihm erweckten Archetypen beantwortet. Doch hiermit gießt man nur Öl in das Feuer:

  • des anderen
  • des eigenen
  • der Situation.

Der Angriff eines Anderen ist immer Krankheit. Er entbeht jeden Sinns außer dem Ziel, den Angegriffenen zum Opfer seiner eigneen Emotionen zu machen und sich als Angreifer daran energetisch zu bereichern.

Methodik

Der Hirte und sein Ochse - der Ochse und sein Hirte - bleiben unberührt vom Geschehen im Außen (s. Ochsenbild oben).

 

Die Wege hierzu sind mannigfaltig:

  • man steckt im Anzug der Professionalität
  • man kennt die Zusammenhänge
  • man empfindet Mitgefühl
  • man bleibt in der eigenen Stille.

Man lässt sich nicht provozieren - oder allgemeiner: emotionalisieren. Die vier Beispielstrategien sind Blitzableiter, um die emotionale Streuladung abzuleiten und zu neutralisieren.

 

Nur so hat der Gesunde Erwachsene Anteile eine Chance, bewusst zu entscheiden, welche pro-aktive Reaktion sinnvoll sein könnte und diese abzuwägen oder gar auf jede Reaktion zu verzichten.

 

Genau dieses Bewusstsein - das zum Bewusstmachen und zum bewussten Entscheiden verwendet wird - ist Kennzeichen des Gesunden.



Zen und Entfremdung

Im ZaZen, also im Sitzen in angespannter, stabiler Haltung, werden schnell Langeweile und Schmerzen auftrauchen. Der Geist wird dabei Wolken und Gewitter an Gedanken erzeugen, welche wiederum Emotionen hervorrufen, die dann wieder neue Gedankenwolken kondensieren.

 

Im Beobachten dieses Geschehens lernt man die eigene Natur der Ich-Losigkeit kennen und wird immer stärker zum neutralen Beobachter des Geschehens. Man wird zum Gesunden Erwachsenen.

Dabei ist ZEN mit seinem ZaZen nur einer von vielen Wegen zum Ziel. Bereits im ZEN ist ZaZen keine unabdingbare Notwendigkeit. Es ist nur eine der Möglichkeiten, zum Beobachter zu werden. Sie wurde von Meister Dogen damals aus China nach Japan gebracht.



Wo können Sie Raum und Zeit finden, über sich nachzudenken?

Woran erkennen Sie, dass Sie dabei im Gesunden Erwachsenen sind?