Selbstsein

System versus Individuum

Krankheit  versus  Individualität


Aus systempsychologischer Sicht ist Selbstsein eines der höchsten anstrebenswerten Ziele im Rahmen der Lebenszeit eines Menschen. Auch für Management und damit auch die Fähigkeit der Führung ist es eine Grundvoraussetzung. Genau dies ist unser Thema - und hierin sehen wir unsere Aufgabe und Mission. Was bedeutet dieses Selbstsein genau? 


Erkenntnisreise

Seit Jahren arbeiten wir an einem Grundverständnis für diese Welt, den Menschen, soziale Systeme und das Management.

 

Immer wieder finden wir neue Zusammenhänge, versuchen diese in vorhandene Erkenntnisse zu integrieren, entwickeln neue Modelle, verwerfen alte und vereinfachen so gut es geht, auf ein Kleinstes-Gemeinsames-Vielfaches.

 

Zudem wollen Modelle und Methoden so präsentiert werden - nicht nur hier, im Internetauftritt, sondern auch in den Seminaren und Coachings  - dass man sie einfach nachvollziehen kann.

 

Diese Erkenntnisreise sollte wohlmöglich mit der Frage starten:

 

Wozu eigentlich das alles?

 

Sinn des Lebens

Aus unserer Sicht ist es wichtig, die Reise mit einer Vision und einem Ziel zu beginnen. So lehren wir es auch im Projektmanagement.

 

Gleichzeitig sollte man auch bei Reisen immer bewusst auf die Meta-Ebene gehen. Zwei solcher Ebenen spielen in der Heldenreise eine elementare Bedeutung.

 

Letztere ist es auch, die immer wieder auf nur einen wirklichen Sinn des Lebens zeigt:

  1. die Selbstfindung
  2. das Selbstsein.

Es ist nicht das Glücklich-Sein als Ziel, als Selbstzweck. Vielmehr ist das Glücklich-Sein

nur die Vision - und damit die Antriebsfeder - die den Menschen dazu treibt, sich selbst zu finden.

 

Dann, das Selbst gefunden, wird sich auch das Gefühl des Glücklichseins einstellen.

 

System und Individuum

Zu unterscheiden braucht man hierbei - als vielleicht wesentlichstes Ergebnis unserer Jahrzehntelangen Forschungsarbeit - leidiglich zwei Perspektiven:

  • System
  • Individuum.

Das System ist der Raum, in dem das Individuum entstehen kann.

 

Das Individuum entwächst dem System und ist nicht mehr Teil desselben.

 

Die Kunst des Selbstseins besteht darin, das Individuum so in das System zu integrieren, dass

  • sich das System nicht durch das Individuum bedroht fühlt
  • das Individuum nicht gegen das System zu kämpfen braucht
  • das Individuum auf diese Weise vermag, das System zu verändern.

 



System mit Komponenten

Das System setzt sich aus Komponenten zusammen, die komplett identisch sind.

 

Jede Komponente ist wiederum ein eingenes System aus denselben Komponenten.

 

Eine Komponente ist daher eine universelle, im Kern immer gleiche, atomare Einheit.

 

Ein System ist dadurch definiert, dass alle Komponenten gleich sind.

 

Die Komponenten fühlen sich in ihrem System wohl. Solange sie dies tun, werden sie auch vom System akzeptiert.

 

Eine Individualiät einer Komponente würde das System nicht tolerieren können. Gleichermaßen toleriert das Individuum nicht das System.



Ein Individuum entsteht

Je stärker sich eine Komponente individualisiert, desto weiter drängt sie sich selbst aus dem System und wird sie vom System gleichermaßen herausgedrängt.

 

Denn ein System ist durch Konformität bestimmt. Genau diese Konformität gibt dem System die vermeintliche Sicherheit einer kontinuierlichen Existenz.

 

Reflektieren kann man dies im Zusammenhang mit Ländern, Kulturen, Religionen, Familien, Unternehmen, Vereinen - kurz: immer dann, wenn mehrere erst einmal gleichartige Komponenten zusammen kommen.

 

Die Geburt eines Individuums ist potenziell das Entstehen eines neuen Systems, über das Individuum hinaus.



Wirkliche Individualität

Ist ein wirkliches Individuum entstanden, ist es nicht mehr systemkonform.

 

Daher können wirkliche Individuuen nur außerhalb eines System zur vollkommenen Individualität heranreifen.

 

Ansonsten wäre der Einfluss des Systems auf das Individuum zu stark, um eine autonome, unabhängige Reifung zuzulassen.

 

Per Definition des Systems darf es keine Individuen beinhalten.

 

Per Definitionem kann ein Individuum nicht Teil eines Systems sein.

 



Reintegration

Nach der vollständigen Reifung des Individuellen gibt es keine Notwendigkeit mehr für das Individuum, außerhalb des Systems zu verweilen.

 

Wohlmöglich ist das Individuum außerhalb des/ eines Systems auch nicht überlebensfähig.

 

Daher zieht es das Individuum zurück in das System, welches das alte, aber auch ein neues sein kann.

 

Wie jedoch aufgezeigt, wird das System das nun Andersartige nicht tolerieren können, ohne dabei die eigene Existenz zu gefährden.

 

Das Individuum will also in das System zurück geführt werden.



Trojanisches Pferd

Um als Individuum in einem System existieren zu können, also nicht vom System aus Selbstschutz extrahiert oder gar eliminiert zu werden, muss das Individuum nach außen hin systemkonform wirken oder gar sein.

 

Es muss verstehen, sich derart an ein System anzupassen, dass es im System überlebensfähig ist - ohne dabei jedoch seine eigene Identität zu verlieren.

 

Eine konforme Maske entsteht. Das Individuum, so auch hier wieder die Definition, hat die Fähigkeit, hinter die Maske zu schauen. Gemeint ist dabei sowohl die äußere als auch die innere Maske.

 

Das Individuum vermag das äußere, aber auch sein eigenes, inneres System zu demaskieren.



Empathische Einflussnahme

Natürlich könnte das Individuum auch gewaltbereit, ohne Maske, das System angreifen und es radikal verändern oder gar vernichten.

 

Vernichtung bedeutet hier, die Komponenten aus dem Systemverbund zu drängen oder die Komponenten zu vernichten.

 

Doch in diesem Fall wären die Komponenten des Systems nicht im Sinne des individuellen Erkennens beeinflusst worden, sonder wäre vielmehr eine Verhärtung und Ablehnung des Individuellen eher noch verstärkt worden.

 

Aber darum geht es eben nicht. Vielmehr ist das aus der Individualität entstandene Gefühl der Freiheit derart mächtig, dass das Individuum den ihm immanenten Drang haben wird, auch andere Komponenten in deren eigene individuelle Freiheit zu führen.