EGO


Heldenreist man oft genug, verschwindet das EGO von ganz allein. Dies ist Teil der Entwicklung. In unserem Modell der Persönlichkeitsstufen wird das EGO ab Stufe 3 angegangen. Das EGO ist nicht nur das wechselhafte ICH, sondern vor allem der Krieger- und Amazonenanteil, den das wechselhafte ICH noch zulässt, bevor es gelernt hat, die Kontrolle abzugeben. Management - und dieses beinhaltet auch Führung - wird erst durch Überwinden des EGO möglich sein. Denn EGO ist nichts anderes als das unentwickelte Kind, das Entfremdete, für den Erwachsenen Krankhafte, Pathologische.



Überwindung von EGO


Was ist EGO?

EGO ist Ich-bezogene, wert- und damit Haben-ornientierte Weltsicht, bedingt durch eine pathologisch gesteigerte Angst vor dem Tod und der Illusion, diesen durch Haben von viel materiellem Wert nachhaltig überwinden zu können.

 

Anders ausgedrückt: EGO ist eine Form von Geisteskrankheit, sobald der Tod nicht tatsächlich involviert ist.

 

EGO basiert also auf dem Fantasmus einer Angst und der Illusion deren Überwindung durch materiellen Besitz.

 

Es sollte an dieser Stelle selbstsprechend sein, dass man den Modus des Gesunden Erwachsenen niemals erreichen werden kann, solange auch nur ein Hauch von EGO im Inneren verblieben ist.

 

Die Geisteskrankheit EGO muss überwunden wunden werden, wenn man sich entwickeln möchte.

 

EGO und Emotionen

Das Vorhandensein von EGO führt zur Reibung des inneren Systems mit dem äußeren und damit zur endlosen Aufrechterhaltung des Welttheaters ("der Matrix").

 

Der egozentrierte Mensch ist von meist überzogenen Grundbedürfnissen übermannt, die ihn ein zwei typische wertorientierte Pathologien treibt:

  • Narzissmus
  • Minderwertigkeit.

Narzissmuss gaukelt vor, man wäre etwas besseres als andere - weil man von Etwas mehr hat als andere.

 

Minderwertigkeit bedeutet, dass man glaubt, weniger Wert zu sein als andere, da man weniger von Etwas hat, das illusorischer Weise wichtig zu sein scheint.

 

Wie man erahnen kann, hängen Narzissmus und Minderwertigkeit häufig systemisch zusammen. In der Entstehung scheint die Mutter des Kindes dabei den größten Einfluss auf die psychische Gesundheit des Kindes zu haben.

EGO und Führung

Führung beginnt immer mit dem Herausführen aus dem System, aus der Matrix, aus dem Emotionalen auf eine stabile Ebene.

 

EGO treibt den Menschen jedoch in die umgekehrte Richtung, hinein in die emotionale Verdammnis und Verfangenheit.

 

Daher ist EGO das Gegenteil von Führung. EGO kontakariert jede Art von Führung. EGO führt weitmehr zu Politik, also die systemische Manifestation von illusorischer Geisteskrankheit.

 

Wahrhaftige Führung bedeutet daher im ersten Schritt, sich dieser Geisteskrankheit bewusst zu werden, die man nicht nur in Wirtschaft und Politik des Landes, sondern auch in sich selbst finden wird - und finden werden muss.

 

Angst, Wut und Hass prägen 70 % der Menschheit permanent und den Rest sporadisch. Genau diese 70 % findet man auch unter sogenannten Führungskräften. Diese richten Team, Unternehmen und Welt zugrunde. Narzissmus und Minderwertigkeit lassen sie sich selbst und ihresgleichen dabei als Helden erscheinen ("Verzerrung").

 




Dysfunktionales Verhalten

Je mehr EGO der Mensch oder der System (die Organisation, der Bereich, das Gremium), desto fataler werden sich die daraus resultierenden dysfunktionalen Verhalten auch auf das Umfeld auswirken.

 

Man merkt dies in Politik und Wirtschaft deutlich, da das EGO-basierte Geisteskranke dort (system-) immanent ist. Es gilt:

  1. EGO erschafft das System
  2. das System erschafft EGO.

EGO und System unterbinden funktionales Verhalten und führen stattdessen gegenseitig aufgeschaukelt immer tiefer in die Sackgasse ihrer gemeinsamen Geisteskrankheit.

 

Sozialkompetenz, Intelligenz und Individualität - als Produkt aus beiden - haben keine Chance und Geltung. Denn sie würden die Geisteskrankheit enttarnen können. Daher werden sie ausgestoßen (Angst) und ansonsten vernichtet (Hass).

Funktionales Verhalten

Funktionales Verhalten kann erst entstehen, wenn EGO vollständig überwunden wurde. Es basiert auf der gemeinsamen Grundlage von

  1. Sozialkompetenz (Systemverständnis)
  2. Intelligenz (Lösungskompetenz).

Funktionales Verhalten erscheint nur im Gesunden Erwachsenen Organismus, der die Krankheit des EGO, also

  • Narzissmuss  (und)
  • Minderwertigkeit

und damit eine materielle, illusorische Wertbemessung überwunden hat.

 

Meist ist es ein Leidensweg und Scheitern am EGO der Umgebung, das den Menschen in eine Heldenreise in die Unterwelt des eigenen EGO treibt, an dem er sich dann abarbeiten und immer wieder scheitern kann.

 

Nur auf diese Weise finden die meisten Menschen ihr eigenes Selbst.

 

Systemische Neutralisierung

Die Synthese aus dys- und funktionalem Verhalten ist, dass diese Selbstfindung erst wirklich durch die Reibung beider Verhaltensweisen ermöglicht wird.

 

Der EGO-zentrierte Mensch muss das Vernichtende und Sinnlose und ihn selbst immer tiefer in die Krankheit führende in der Reibung mit dem System (Familie, Gesellschaft, Schule, Arbeit, Staat etc.) erlebt haben, um daraus den Schluss zu ziehen, Glück nicht mehr im Rahmen des jeweiligen oder benachbarten System zu suchen, sondern an anderer Stelle.

 

Wahrscheinlich würde Menschen also die bewusste Reise nach der eigenen Wesensnatur und ihrem Wesen gar nicht ebenso bewusst antreten, wenn es EGO nicht in ihnen selbst oder im umrandenen System oder in beiden vorhanden wären.

 

Daher verurteilt die systemische Psychologie auch EGO und System nicht, sondern sieht sie als notwenige Lebenshölle, um den Weg in die eigene bewusste Befreiung überhaupt erst antreten zu können.