Märchen und Mythen


Mythen

Mythen erklären und führen zu übertragrnem Sinn, Verstehen und Akzeptieren

Mythen öffen - so wie Märchen - ebenfalls Türen. Doch sind es Türen weit vergangener Ereignisse. Die Türen führen zu unterbewussten emotionalen, oft frühen Erinnerungen. Werde die Türen geöffnet, darf die Emotion heraus. Man entlädt sich und erlangt im besten Fall eine Carthasis.


Psyhotherapeutisch, dies erkannte auch schon C. G. Jung, sind Mythen ein wichtiges Gesundungsmittel.


Somit wird sich der Mythos für den problemerfahren Erwachsenen eignen, um Probleme/ Blockaden auzulösen. Lax formuliert: "Oh, dem Helden erging es ja genau so wie mir!".


Weniger geeignet ist er für ein Kind, das die im Mythos geschilderte Dramatik noch nicht erlebt hat. Schnell werde Änste geschürt und Verhalten provoziert, die ansonsten wahrscheinlich ausgeblieben wären.


Das Märchen ist hingegen optimistisch und prophylaktisch: "Wenn Gretel das mit der Hexe geschafft hat, schaffe ich das auch mit meiner Lehrerin!".



Märchen

Märchen öffen eigene Türen und packen uns

Märchen öffnen die Imagination des Unterbewussten und lassen den Zuhörer die Abendteuer der Heldin/ des Helden miterleben. Archetypen sind deutlich sichtbar, nehmen das Scheinhafte der Gesellschaft und enttarnen es. Zudem sind sie häufig abstrakt, entfremdet, so dass man ohne Gewissensbisse auch gegen sie wettern kann.


Das Symbolisch des Märchens - so auch das Archetypische - redet direkt mit dem Unterbewussten, weil keine Übersetzungsarbeit geleistet werden muss, von Bewusstsein zu Unterbewusstsein.


Die meisten wirklichen Märchen haben immer ein Happy Ending. Dieses macht dem Zuhörer Mut, sich der Zukunft zu stellen. Sie dienen der Prophylaxe. Die Symbole des Märchens sind dabei Platzhalter an deren Stellen reale Personen, Ereignisse und Gegenstände substituiert werden können.


Die Imaginationskraft und Träume leisten hier oft automatisch Vorarbeit.


Mythen hingegen enden meist tragisch. Dies hilft dabei, die eigene Lebenstragik darin reflentiert zu sehen. Mythen lösen Blockaden und Verspannungen der Vergangenheit.


Systempsychologischer Hintergrund

Warum sind Märchen für kleine bis pubertierende Kinder aus psychologischer Sicht geeigneter als Mythen?


Die Antwort liegt in den Entwicklungszeiträumen unserer Gehirnareale:


Erst ab dem Alter von 12 (Mädchen) bis 14 (Jungen) wird der Neo-Cortex entwickelt, der analysierende Sachverstand. Er wird gebraucht, um den Mythos auf das eigene Leben abstrahieren und für einen Sinnbezug anwenden zu können.


Der Präfrontale Cortex, der unter anderem für eine Selbstreflexion notwendig ist, ist erst mit etwa 15 Jahren vollständig entwickelt - dann aber bei den meisten Menschen noch - oder für immer - ungenutzt.


Daher handelt die/ der junge Erwachsene intuitiv, unbewusst, unreflektiert, ungebremst, emotionsgetrieben - auf das Symbolverständliche des Unterbewusstseins "begrenzt". Dies ist nichts Schlechtes - wenn nan diesen Fakt werten wollte, stellt er wohlmöglich sogar eher etwas Positives dar.



Ein wichtiger Schritt im Reifeprozess eines Menschen ist das Rückbesinnen auf die Intuition und das Abschalten des sich selbstbeschäftigenden und damit unnötig verwirrenden und energiezährenden Großhirncomputers.