Bewusstes Ich

Beobachter  -  Gestaltwandler  -  Identität

Es ist das Fragmentierte in uns, das es uns so schwer macht, zu erkennen, wer wir wirklich sind.



Die Frage ist nicht: Wer von denen bin ich nun wirklich?  -  Vielmehr lautet die Frage: Bin ich überhaupt jemanden von ihnen?  [Kukishin Kasasagi]

Kontrolle

Die Angst, dass alles kaputt geht, wenn man Vertrauen hat


Bewusst kontrollieren

Das bewusste Ich beobachtet immer bewusster das eigene Chaos im eigenen Inneren.

 

Es will gut dastehen, sicher sein, gemocht werden, Teil sein, gleichzeitig aber auch Individuum, sich durchsetzen können, aber auch anerkannt werden.

 

Es fordert, lässt zu, treibt an, ist faul, nachlässig, pflichtbewusst, gehorsam und ungehorsam.

 

Widersprüche sind das Normale.  

Ego?

Das wirkliche EGO ist die Kriegernatur in uns. Das EGO setzt sich ein Ziel und wird versuchen, dieses um jeden Preis zu erreichen.

 

Warum? Weil ansonsten vermeintlicher Weise der Tod kommt und es vernichten wird.

 

Dieses EGO ist nur ein kleiner Anteil vom bewussten Ich. Dieses Ich ist nämlich auch ängstlich, schämt sich, ist eingeschüchtert, will dazu gehören, ist manchmal glücklich, manchmal traurig.

 

Ich und EGO sind ähnlich - doch es ist wichtig, beide voneinander zu unterscheiden:

  • EGO arbeitet nur für sich
  • ICH will gut sein.

Und dennoch ...

... möchte es einfach die Kontrolle bewahren, da es, also das Ich, befürchtet, ansonsten alles schief geht.

 

Es ist eine Art Bann des Aberglaubens, das das Ich paradigmatisch prägt. Es ist eine Art Zwangsstörung, eine Art Krankheit, nicht loslassen zu können.

 

Ängste und Schuldgefühle, Sich-beweisen-Müssen-Zwänge, Nicht-gut-Sein-Sorgen treiben in diese Kontrolle hinein, die sich aufgrund der Widersprüchlichkeiten der Umwelterwartungen derart aufschaukeln, das das daraus entstandene Gesamtsystem in seiner widersprüchlichen Gesamtkomplexität zum Scheitern verurteilt sein muss.


Kontrolle loslassen

Nicht mehr kontrollieren und unterdrücken

weder andere  -  noch sich selbst  (sein Selbst)


Loslassen lernen

Erst wenn das bewusst Ich gelernt hat los zu lassen, wird das wahre Ich, das Selbst, zum Vorschein kommen.

 

Verantwortlich für diesen Entwicklungsprozess ist der methodische Gesunde Erwachsene.

 

Er wird durch ideale Eltern vorgelebt oder muss ansonsten vom Menschen hart erarbeitet werden.

Loslassen von ...

  • Wünschen
  • Süchten
  • Ängsten
  • Zwängen
  • Ansprüchen (an sich, andere, die Welt)
  • Fixierungen
  • Feindschaften
  • Schuldgefühlen
  • Wahnvorstellungen

Wem vertrauen?

Es geht um das Vertrauen in das eigene Wesen, die eigene Intuition - sowie in Wesen und Intuition der anderen. Dies ermöglicht schließlich Selbstführung und die Führung anderer.

 

Hat man sein oder haben die anderen ihr Selbst noch nicht gefunden, wäre es hingegen leichtsinnig, zu vertrauen.

 

Hier dient der gegenseitige Abgleich - Vorsicht: nicht Kontrolle! - zum bewussten oder unbewussten Aufzeigen des Weges zum eigenen Selbst - in die Freiheit des eigenverantwortlichen Handelns.


Herausforderung Identität


Problem Identitäslosigkeit

Arno Gruen hat in seinem Werk

  • Wider dem Gehorsam

aufgezeigt, dass 50 % der Deutschen Bevölkerung identitätslos sei - und, dass der identitätslose Mensch nach einer identitätsstiftenden Instanz suche.

 

Dies sei der Grund, aus dem so viele Deutsche dem Diktator des Dritten Reichs hinterher gerannt sein.

 

Wo entsteht diese Identität?

 

Herausforderung Identitätsmix

Identität ist vielgeschichtet. Jedes System und jedes Areal scheint eine eigene Identitätsvorstellung zu haben.

 

Eigentlich steht unsere wirkliche Identiät durch unser Wesen bereits fest. Doch ist uns unser Wesen meist nicht nur

  • fremd
  • seine Existenz ominös.

Darüber hinaus verschleiert die Komplexität unserer Psyche in ihrer Komplexität auch diesen inneren Wesensenteil vor uns.

 

Vielmehr sind es Archetypische Grundmuster, Spukgestalten des Unterbewussten, die Geister, die wir bewusst oder unbewusst riefen, die uns die meiste Zeit ausmachen.

 

Solange wir nicht erkennen, dass wir der Beobachter/ die Beobachterin unseres scheinbaren Ichs sind und nicht das, was wir in den archetypischen Masken zu erkennen glauben, wird sich unsere Identität scheinbar ständig wandeln (Marionette, Homunkulus, siehe auch unten).

 

Selbst oder Schatten?

Solange ich mich als Mensch nur selbst beobachte und versuche, das Beobachtete zu stabilisieren, ist es, als wäre ich der Pilot einer Verkehrsmaschine und würde gegen den Autopiloten ankämpfen.

 

So kann man den Flug des Flugzeugs für einen Moment beeinflussen. Doch wird das der Autopilot (also das Flugzeug!) immer wieder korrigieren und den alten Kurs herstellen. Denn es gilt, wie immer:

  • Es kann nur Einen geben, der führt

Erst wenn wir erkennen, dass wir den Autopiloten vollständig abschalten müssen, bevor wir wir selbst werden können, haben wir eine Chance, das Übernehmen der Führung über uns zu üben.

 

Die Haupterkenntnis liegt darin, zu erkennen, dass wir jemand ganz anderes sind und schon immer waren, als wir es immer angenommen hatten.

 

Dabei werden wir ebenfalls erkennen, dass es unsere archaischen Emotionen des Homunkulus sind, die uns immer wieder die Kontrolle zu entziehen versuchen und den Autopiloten bemerkt oder uns bewusst reaktivieren.


Systempsychologische Identität


Auto-Identität

HOMUNKULUS (Archaisches System)

  • Bauchhirn (separiert)
  • keine Identität
  • Bauchhirn (Schwarm)
  • Schwarmidentität (Gemeinschaftsidentität) ("Psychologie der Massen")
  • Stammhirn
  • "Besser" als Vergleichsgruppe (anders als Schwarmidentität)
  • (Freud: Es)
  • Limbisches System
  • Soziale Identität (sozialsystemabhängig)
  • So möchten wir gesehen werden (Freud: Über-Ich)
  • Neo-Cortex
  • Kompetenzbasierte Identität

Selbst-Identität

PRÄFRONTALER CORTEX

  • Beobachter
    • Unbewusst wechsende Intentität des beobachteten Homunkulus (Marionette)
  • Gesunder Erwachsener
    • Stabile Identität des erwachsenen reifen Menschen:
      • menschlich, herzlich
      • pragmatisch, ernst
    • Psychologe, guter Arzt
  • Trickster
    • Gesund Erwachsene geführte Identität eines vorgestäuschten Verbündeten
    • Hogan's Heros
    • Geheimagenten (J23)
  • Mentor
    • ruhende Gelassenheit in der Stille
    • neugierige Aufgeschlossenheit
    • stabile Angstlosigkeit
    • Zuversicht
    • Gandalf, Dumbledore, Obi Wan

 

Ich-Identität

WESEN

 

Das WESEN ist eine Art Blaupause dessen,

  • das in uns in aller Ursprünglichkeit wohnt
  • das wir finden wollen
  • mit dem wir uns integrieren wollen
  • das wir werden sollen.

Dieser WESENSKERN hat eine durchgehende Lebenslinie

  • das innere Kind
  • die innere Jugendliche
  • die innere Erwachsene Persönlichkeit
  • die innere Weise

Es handelt sich dabei um Reine Archetypen.

 

Es geht darum, diejenige/ derjenige zu werden, von dem wir instinktiv schon längst wissen, dass wir dies sind, werden und sein sollen.