Burndown-Chart

Meta-Methodik: Führung (Gesund Erwachsen) - neo-cortikal - unterbewusst



Qualifizierung

Den Prozess des Benennens von Aufwänden bezeichnet man im Agilen als Qualifizierung.


Vorsicht hier: da man Zahlen bestimmt, kreist oft eher der Begriff des Quantifizierens im Kopf. Dies sollte daher als philosophische Nebensächlichkeit erkannt werden, um den Politikern dieser Welt keinen Anlass für Macht- und Statusgewinn zu geben.

 

 

Beziffertes Story Board

Das Story board, das übrigens auch aus mehreren Moderationswänden oder Tafeln bestehen kann und über ganze Gänge verlaufen kann, wird am Ende der Story-Qualifizierung beziffert sein.

 

Geblieben wird hier explizit auf Story-Ebene. Entsprechend groß können nicht nur die Aufwände und Kosten sein, die beziffert werden. Es ist darüber hinaus darauf zu achten, auch die Planning poker-Karten-Sets entsprechend groß auszulegen, dass auch Karten im Bereich von 100, 200 und 300 Leistungstagen dabei sind.

Backlog - Raumzeit

Jede Story nimmer einen Raum ein, an Aufwand und Kosten.

 

Um ein Gefühl für die Raumzeit des Epos zu erhalten, wird nun eine zeitliche Komponente ergänzt.

 

Es entsteht dabei ein X-Y-Diagramm, Aufwand über Zeit, an dem man ablesen kann, bis wann das des Epos - also das agile Projekt - in etwa abgearbeitet sein wird.

 

Risikoaufschläge brauchen hier nicht noch einmal ergänzt zu werden.


Zuerst Qualifizierung

Sie erinnern sich: die Unterstreichungen bedeuten, dass die Zahlen mit dem 30 %-igen Risikopuffer belegt sind.

 


Backlog trifft Moderationswand

Die blauen, vertikal ausgerichteten Kreise bilden die Aufwandsachse, hier in Leistungstagen. Die Kreise werden in linearen Abständen angepinnt.

 

Die identifizierten Stories werden in Höhe ihrer jeweiligen Aufwände aggregiert angepinnt:

 

Story 3 dauert 70 Leistungstage. Daher die Positionierung auf 70. Story 2 dauert 50 Leistungstage. Da gilt: "70 + 50 = 120", wird Story 2 auf 120 gepinnt.

 

Ideal ist eine treppenförmige Abarbeitung.

 

 

Zeitachse

Die Zeitachse, also die Dauer, wird hier mit grünen, horizontal angeordneten Kreisen, mit der Einheit Montag, angepinnt.

 

Montag für Monat werden die Stories abgearbeitet. Die Größe des Agilen Teams bestimmt hier, wie lange es dauert, einen Story abzuarbeiten.

 

Die roten Punkte bilden die pragmatische Relation. Wichtig: das Verfahren ist unglaublich simpel. Es soll auch nur eine grobe Orientierung geben.

 

Die graue Stichellinie ist nur hier elektronisch ergänzt worden. Auf die Moderationswand braucht und sollte sie nicht gezeichnet (zu) werden.

 

Agil und klassisch

Im klassischen Projektmanagement entspricht diesem Diagramm in etwa eine Mischung aus Gantt-Diagramm und EVA-Kurve (Earned Value Analysis).

 

Die Reihenfolge, in der die Stories links gestapelt werden, ist völlig egal. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zum klassischen Projektmanagement.

 

Hier soll jeder Zeit die Möglichkeit bestehen, die Reihenfolge von Stories der aktuellen Situation und Sinnhaftigkeit anpassen zu können.

 

Änderte man die Stapelung links, würde sich daher der "Kurvenverlauf" der roten Punkte verändern, nicht aber das Projektende. Der Gesamtaufwand bleibt schließlich derselbe.

 


Tool wirkt eleganter

Etwas eleganter bieten Softwarelösungen die Darstellung des Burndown Charts an.

 

Wie hier und dort bereits erwähnt, ist JIRA das in Deutschland wohl am meisten verbreitetste Tool hierfür an.

 

Man wird aber wohl kein Agiles Tool finden, in dem das Burndown Chart fehlt.

 

Die Idee ist hier die des Abfackelns. Sobald eine Story erledig ist, bleibt unten nur "ein Häufchen Asche übrig".

 

Nach dem Projekt ist alles abgebrannt. Dies gilt auch für das Burndown Chart selbst: Es wird nur für die Dokumentation während des Projekts benötigt und wird bei Bedarf in Abständen abfotografiert. Nach dem Projekt wird es obsolet.