Bewusst Erneuern



Organisation wie Mensch

Der Mensch ist in seiner Persönlichkeitsentwicklung nicht immer derselbe.

 

Vielmehr entstehen immer wieder neue Bewusstseinsebenen, die alte Ebenen aggregiert zusammenfügen und in ihren Widersprüchlichkeiten transzendieren.

 

So ist es auch mit dem Unternehmen. Jeder größere Wandel kann auch ein Unternehmen metamorphotisch in etwas Neues, Anderes und Unbekanntes wandeln.

 

Auch können Zytokinesen erfolgen, in denen sich ein Unternehmen in zwei spaltet, die im Anschluss daselbe tun und miteinander vernetzt sind oder andere Dinge machen, sich vernetzt ergänzen oder auch getrennte Wege gehen.

Identität und Wandlung

Eine ein-eindeutige Identität eines Unternehmens kann durch einen solchen radikalen Wandel ins Wanken geraten. Dies ist nicht gut oder schlecht, sondern hilft meist, eine noch elementarere Kernidentität herauszuarbeiten, die mehr mit dem Wirken als mit dem Haben zu tun hat.

 

Der große Wandel wird immer auch mit großen Change-Projekten und BPR (Business Process Reengineering) und all ihren Risiken zu tun haben.

 

Der kontinuierliche Wandel, der sich aus vielen kleinen Wandeln zusammensetzt, geht in Richtung KVP, Ideen- und Innovationsmanagement sowie Prozessoptimierung.

 

Hier sieht man den Unterschied schon in der Kernidentität:

  • großer Wandelt bedeutet meist "Tod"
  • kleiner Wandel heißt "ewiges Leben"

für ein Unternehmen.

Beispiel

Ein Beispiel, um das Abstrakte daran greifbar zu machen:

  • Ein Dampfmaschinenhersteller sieht seine Identität in der Herstellung von Dampfmaschinen.
  • Die Welt wandelt sich, Dampfmaschinen sind nicht mehr gefragt.
  • Hält der Hersteller an seiner Identität fest, wird er samt seiner Identität den Tod erleiden.
  • Stellt er künftig Elektromotore her, wird er seine Identität wandeln müssen in die eines Elektromotorenherstellers. Dies führt zu vielen sichtbaren Veränderungen: Logo, Motto, Werte, Kompetenzen wandeln sich.
  • Das Unternehmen könnte aber auch seine wahre Identität nicht mehr an seinen Produkten festmachen, sondern in den Fähigkeiten, Antriebsmaschinen auf neustem technischen Stand zu produzieren festmachen. Damit bleibt die äußere Identität beim obigen Wandel erhalten, der Wandel wird weit einfacher erfolgen und die Mitarbeiterwahl wird hiermit von vorn herein einen ganz anderen Fokus erhalten: Man sucht nicht mehr nach dem Dampfexperten, sondern nach dem innovativen Ingenieur.