Entwicklung von Plattformen

Der genetische Code ist immer derstelbe - dennoch ist jede Plattform in ihrer Ausprägung einzigartig

Reflektieren Sie die Analogie zu Erde und Mensch - Erde als Plattform / Mensch als Erzeugnis - gibt es einen Unterschied?  [K. K.]



Plattformerzeugnisse (Kinder)


Erzeugnisse der Plattform

Wird der Leitstand abstrakt als große Mutter betrachtet, ist die erste Frage, welche Kinder sie gebiert und versorgt:

Auch Produkte sind als Kinder einer Produktplattform zu bezeichnen. Das Produktmanagement wird - im besten Fall strategiegetrieben - neue Produkte erzeugen, ihnen zum Einsatz (Leben) verhelfen und die Lebenszeit/ den Lebenszyklus im Auge behalten.

 

Produkte haben eine Identität und Fähigkeiten, vergleichbar mit Mitarbeitern. Auf ihre spezifische Weise bringen sie Mehrwert in Form transformativer Fähigkeiten.

 

Wichtig ist dabei, dass sich die Produkte nicht gegenseitig transformieren, da ansonsten die Plattform nicht mehr funktionieren kann.

 

Erfüllt das Podukt keine wichtige Funktion mehr, wird es sterben müssen, um neuen Produkten Platz zu machen. Wichtig ist, einer Überbevölkerung vorzubeugen. Hierzu dürfen die Produkte auch hier (s. o.) keinen Meta-Einfluss auf sich selbst haben. Ansonsten würde die Plattform auch hier ausgehebelt werden.

 

Einschätzung der Erzeugnisse

Ein Erzeugnis - Kind einer Plattform - hat also bestimmte Eingenschaften und eine Lebenszeit. Diese müssen transparent dargestellt werden können, um Erzeugnisse miteinander vergleichen zu können:

  • welches Produkt bringt mehr Umsatz
  • welches Projekt ist höher priorisiert
  • welche Idee bringt mehr Vorteile
  • welches Risiko ist am kritischsten
  • welcher Kunde ist bedeutender.

Hierzu werden Portfolia verwendet, die einheitlich im Unternehmensleitstand dargestellt werden.

 

Ein Portfolio sollte nicht mehr als fünf  Eingenschaften beinhalten. Typisch sind:

  • Strategische Auswirkung/ Bedeutung
  • Finanzielle Auswirkung/ Bedeutung
  • Kosten/ Investitionen
  • Momentaner Status (Grün/Gelb/Rot)
  • Lebensphase (Linien/ neues Portfolio)

Für folgende Charakteristika kann es sinnvoll sein, separate Portfoli zu erstellen:

  • Klasse (Projekte, Kunden, Risiken)
  • Art (Klassisch/ Agil, A/ B/ C, ...)

Unser Neo-Cortex ist auf 7 +/- 2 Aspekte begrenzt, die gleichzeitig wahrgenommen werden. Nachmittags sind es meist nur fünf. Doch auch unter (chronischem) Stress muss das Portfolio verstanden werden können.

 

Auch die Plattform ist nur Kind einer größen Plattform. Damit hat auch eine Plattform eine Lebenszeit und will auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden.

Lebenszyklus definieren

An einem Projekt kann es besonders deutlich machen, welche Zyklen es durchmacht. Unterschieden werden

  • drei interne Hauptphasen und
  • zwei externe Nebenphasen:

 

Vorgeburtlich (Symbolisch unterbewusst)

  • Idee
  • Vorlauf
  • Konzept
  • Planung

Geburt (Materialisierung)

  • Angebot
  • Beauftragung

Leben (Transformation der Umwelt)

  • Initiierung
  • Durchführung (Umsetzung)
  • Qualitätssicherung
  • Übergabe

Tod (Auflösung)

  • Abschluss
  • Feier
  • Lessons Learned
  • Auflösung (PjMA -> LinienMA)

Post-Mortem (Erkenntnisse/ Mehrwert)

  • Umgebung verändert
  • Reflexion der Veränderungen
  • Erkenntnisse für weitere Projekte
  • Gesünder Erwachsen geworden

Auch Produkte haben Lebenszyklen. Frage:

 

Sind es wohlmöglich dieselben?

 


Plattformprozesse


Benötigte Prozesse

Es gibt viert Arten von Prozessen:

  1. Führungsprozesse
  2. Kernprozesse
  3. Unterstützungsprozesse

Erkennen Sie unsere drei systempsychologischen Farben des Gesunden Erwachsenen wieder?

 

Für jede Lebensphase des Erzeugnisses (Kindes) der Plattform werden alle notwendigen Prozesse der drei Arten zusammengetragen.

 

Wichtig ist dabei, dass es einen Führungsprozess geben muss, der die gesamte Lebensspanne des Erzeugnisses (Kindes) überdeckt. Der Sinn ist eine Art (selbst-) reflektierter Lebensführung.

 


Funktionseinheiten


Funktionseinheiten clustern

Wie es das Modell des Homunkulus vorsieht und es bereits in der diskursiven Moderation als Meta-Methodik umgesetzt wird, werden nach der "schwarzen Phase" des Brainstormings Cluster (Schwärme) gebildet, die gleiche Tätigkeiten zusammenfassen.

 

Diese Prozess-Cluster nennen sich Funktionseinheiten. Anders ausgedrückt: Einheiten mit Inhalten ähnlicher Funktionen.

 

Ziel ist es, die Diversität zu verringern und am Ende mit möglichste wenigen Funktionseinheiten und damit auch mit möglichst wenigen Rollen auszukommen.

 

 

 

Fokus Kernkompetenz!

Ein deutliches Beispiel ist hier das Facility-Management. Natürlich könnten für ein Projekt und damit auch ableitend für die gesamte Projektplattform eine Küche betrieben und Köche unterhalten werden.

 

Wenn es jedoch bereits eine Plattform gibt, die diese Kernkompetenzen anbietet - und Plattformen sind per Definition service-orientiert - sollten diese natürlich genutzt werden.

 

Ansonsten können diese Funktionen natürlich im ersten Schritt mit in das Projekt integriert werden - beispielsweise als Teilplattform - sollten dann jedoch schrittweise strategisch getrieben operativ ausgelagert werden, in eigene Plattformen.

 

Damit gebiert die Plattform eine Plattform - was jedoch eher einer Zellteilung (Zytogenese) entspricht als einer Geburt, wie sie für die Plattformerzeugnisse Anwendung findet.

 

Teilplattformen ausbilden

Hat man die Funktionseinheiten über den gesamten Projektprozess hinweg zusammengestellt und Kernkompetenzen ermittelt, werden Teilplattformen herausgearbeitet.

 

Informatiker beschreiben einen solchen Prozess als Rekursion: er ruft sich selbst erneut auf, von einer anderen Ebene.

 

Beispiel Project-Office:

  • Organisation
    • Raum buchen
    • Reise buchen
    • Einladungen verschicken
  • Berichtswesen
    • Berichte generieren
    • Berichte verteilen
  • Kommunikation
    • Protokolle erstellen
    • Protokolle verteilen
    • Präsenationserstellung

 

 


Struktur


Ebenenstruktur bilden

Beispiel Ressourcen-Management:

  • Wird ausgelagert in eine separate Ressourcen-Plattform

Diese soll gleichzeitig unternehmensweit genutz werden, um einen zentralen Überblick über die Gesamtressourcen zu erhalten. Hier ist es wichtig, eine Struktur in Ebenen aufzubauen, um nicht die Übersicht zu verlieren - um Transparenz zu ermöglichen.

 

Eine ganze Reihe an Teilplattformen des Projektmanagements nutzt die Ressourcen-Plattform:

  • Projektoffice
  • Projektcontrolling

Die Ressourcen-Plattform besteht aus Pools (Containern) mit "Ressourcen" der benötigten Art, unter anderem:

  • Rollen (die von Mitarbeitern ins Leben erweckt werden)
  • IT (Arbeitsmittel)

 

 

Zielstruktur

Ziel sind höchst mögliche

  • Reduktion auf Kernkompetenzen
  • Serviceorienierung
  • Vereinfachung (Reduktionismus auch hier)

Rahmen und Grenzen werden gelegt durch:

  • Autarkieanforderung an die Plattform

Wie wird diese scheinbare Widersprüchlichkeit nicht-philosophisch und anti-autoritär aufgelöst?

 

Die Ressourcen-Plattform assoziiert plattformspezifischen Ressourcen direkt mit der spezifischen Plattform. Diese erhält alleinigen Vollzugriff auf den entstehenden plattformspezifischen Ressourcen-Pool.

 

Pools

Beispiel Projektleitung:

  • Projektleiter sind im Projektleitungs-Pool
  • Der Pool wird von der Ressourcenplattform verwaltet
  • Nur die Projektplattform kann jedoch über die Schnittstelle der Ressourcenplattform auf diesen spezifischen Pool zugreifen.
  • Fortbildungsanforderungen entwirft die Projektplattform
  • Umsetzung von Fortbildung erfolgt über die Ressourcenplattform
  • Fortsetzungsbegleitend sind Mentoren aus der Ressourcenplattform
  • Es gibt einen Mentoren-Pool
  • Auf den Mentoren-Pool darf wiederum nur von der Ressourcenplattform zugegriffen werden
  • Externe Ressourcen werden über die Ressourcenplattform beschafft
  • Verträge werden über die Einkaufsplattform erzeugt.
  • Verträge sind Erzeugnisse der Einkaufsplattform und haben Lebenszeiten

Es wirkt vielleicht komplex, aber der Präfronale Cortext erkennt schnell das simple Muster.