Shinjinmei (2)


Der Weise verfolgt keine Ziele,

der Narr aber fesselt sich selbst.

Man kann für ein Unternehmen viele Szenarien und Strategien erstellen, um es voran zu bringen. Doch nur einer der Wege ist der Richtige.

 

Das Ziel spielt dabei primär keine Rolle - nur Identität und Vision sind wichtig. Aus ihnen ergeben sich am Ende auch Meilensteine - aber nie ein Ziel.



Es gibt einen Dharma, eine Wahrheit, nicht viele.

Kennt man die Identität und Vision des Unternehmens und lebt man beides auch tatsächlich, wird es immer nur einen Weg geben, den das Unternehmen einschlagen kann.

 

Ein gutes Management erkennt diesen Weg intuitiv.



Unterscheidungen entstehen,

wenn man das nicht erkennt,

und daher dem Bedürfnis,

sich anzuklammern, folgt.

Bedürfnisse entstammen dem alten Teil unseres archaischen Gehirnsystems. Sie halten uns am Leben, indem sie uns vor dem Tod bewahren.

 

Dies ist im Tierreich notwendig, in dem es jeden Tag um Leben und Tod gilt - doch nicht im Management. Dort kann man das Primatenverhalten ableben, zugunsten von Intelligenz und Menschlichkeit.

 

Jeder Tag entscheidet erneut, ob wir Primat oder Mensch sind.



Den einen Geist mit dem unterscheidenden Geist zu suchen,

ist der größte Fehler von allen.

Kann eine Führungskraft die Fähigkeiten eines Mitarbeiters nicht beurteilen, weil sie anderen Mechanismen folgt, heißt dies nicht, könnten dies genau diejenigen Fähigkeiten sein, die für das Unternehmen wichtig sind.

 

Es geht dabei um das systemische Denken des Limbischen Systems.



Ruhe und Unruhe entstammen der Illusion,

Erleuchtung kennt weder Vorliebe noch Abneigung.

Sogar in Krisensituationen helfen am besten:

  • Offenheit & Empathie
  • Gelassenheit & Neugier
  • Transparenz
  • Pragmatismus


Alle dualistischen Ansichten entstehen aus Unwissenheit

wie Träume von Blumen in der Luft -

Es ist närrisch, sie fassen zu wollen.

Ein Unternehmen wird nur funktionieren, wenn es ausbalanciert ist. Denn alles steht in einem systemischen Zusammenhang mit allem anderen. Nur auf eines zu schauen und dieses nicht nur unabhängig sondern entgegengesetzt zu allem anderen zu sehen, ist närrisch.

 

Sollten Vorstand und Geschäftsführung sich - zum Beispiel aufgrund von Zeitdruck - nicht dazu befähigt fühlen, eine Balanced Scorecard zu verwenden, ist eine Art "1. Offizier" - wie auf den Schiffen dieser Welt - ein Lösung, um Kopf und Körper auszubalancieren.



Gewinn und Verlust, Richtig und Falsch, all diese Gedanken müssen letztlich mit einem Mal aufgegeben werden.

Selbstverständlich sind Unternehmen gewinnorientiert und versuchen Verlust zu vermeiden. Doch das Denken an Gewinn und Verlust wird das Unternehmen ruinieren.

 

Gewinn und Verlust sind immer Folgen sinnhaften und nachhaltigen Handelns. Erst wenn man zu den Wenigen gehört, die dies nicht nur verstanden haben sondern auch umzusetzen vermögen, werden sich wirkliche Erfolge einstellen.

 

Ein Denken in Legislaturperioden ist hierbei pragmatischer Weise ein Symptom von Krankheit.



Wenn das Auge niemals schläft,

vergehen alle Träume von allein.

Kontinuierliche Transparenz im Management und Verstand in der Analytik helfen, sicher zu navigieren und immer auf dem Boden zu bleiben:

  • Wahn zu vermeiden
  • Synergien zu nutzen
  • sinnhaft zu handeln. 


Ist der Geist nicht den Unterscheidungen unterworfen,

werden alle Daseinsformen des Kosmos Einheit.

Erkennt man im Management die Deckungsgleichheit von:

    • Identitätsmanagement
    • Wissensmanagement
    • Prozessmanagement
    • Qualitätsmanagement
    • Innovationsmanagement
    • Kontinuitätsmanagement
  • Chancenmanagement
  • Risikomanagement
  • Ideenmanagement
  • KVP

wird man auf alle Redundanzen verzichten können.



Das Wesen dieses einen Soseins ist ein ewiges Mysterium -

unbewegt, absolut, alle karmischen Bindungen befreiend.

Arbeitet der Manager nicht für das Überleben seiner Legislaturperiode und überwindet er seine in Kindertagen entwickelte Minderwertigkeit und Unzulänglichkeit, wird der Gesunde Erwachsene in ihm ganz intuitiv handeln können - auf Basis von rationaler und emotionaler Intelligenz.



Wenn alle Dinge mit dem gleichen offenen Auge betrachtet werden, wird die zeitlose Essenz des Selbst erreicht.

Man muss sich allen Aspekten gleicher Maßen so objektiv wie möglich bewusst werden, um auf Basis der entstehenden Transparenz weise den Weg wählen zu können - und nicht schon entscheiden, solange noch in Nebel gehüllte Dunkelheit vorliegt, nur um zu zeigen, dass man etwas könnte.



Keine Vergleiche oder Analogien sind hier möglich -

in diesem Sein ohne Ursache, Grund und Beziehung.

Das Stammhirn glaubt an Ursachen - und irrt sich.

Der Neo-Cortex glaubt an Gründe - und irrt sich.

Das Limbisches System glaubt an Beziehungen - und irrt sich.

 

Die Welt ist in dieser Komplexität widersprüchlich. 

 

Die "Führungskraft" glaubt, mit Druck bessere Leistungen zu erhalten. Würde sie sich selbst besser reflektiert haben, enttarnt sie die Selbstlüge und Manipulation.

 

Der rationale Prozessmanager erkennt die Wichtigkeit von Prozessen und versteht nicht, dass jemand dies nicht verstehen oder gar ablehnen könnte.

 

Zwei Geschäftspartner schließen einen Vertrag miteinander ab und gehen damit in eine Geschäftsbeziehung. Treten Probleme auf, verschwindet die Beziehung. Denn sie basiert auf Respekt und Vertrauen. 

 

Erst, wenn man von diesen einseitigen Glaubensparadigmen der Gehirnareale und ihrer Teilpersönlichkeiten ablässt, erkennt man das Auf-dem-waren-Weg-Sein in genau dieser Erkenntnis des Sich-Widersprechenden. Man nimmt diese als gegeben an, genau wie deren Widersprüchlichkeit.



Betrachte Bewegung in Stille und Stille in Bewegung,

so verschwinden beide,

der Zustand der Ruhe

und der Zustand der Bewegung.

Große Change-Projekte scheitern meist und entarten meistens in Kampf und Krieg.

 

Woran liegt das?

 

Es wird unterschieden zwischen Stillstand und Wandel. Mal großer Stillstand. Mal radikaler Wandel. Zwei Paradigmen alternieren.

 

Erst, wenn man beides in einen kontinuierlichen Wandel im Kleinen verschmilzt, verschwinden Unterscheidung, Ängste und Probleme.



Und wenn die Dualitäten aufhören zu existieren,

kann selbst Einheit nicht bestehen.

"Risikomanagement ist etwas für Angsthasen!"

"Wenn wir etwas betreiben, ist es Chancenmanagement!"

 

Wichtig ist es zu erkennen, dass beides ein und dasselbe ist.

Vorher verliert man sich auf unnötigen Nebenkriegsschauplätzen.



Auf diese letzte Endgültigkeit trifft kein Gesetz

und keine Beschreibung mehr zu.

Auch Gesetze und Beschreibungen sind Konstrukte aus einer künstlicher Welt, die eigentlich vollkommen überflüssig ist.

 

Auf Leitbilder und Strategien kann verzichtet werden, wenn das Unternehmen seine eigene Identität erkennt und sich selbst verwirklicht. Dies wirkt dann auch nicht mehr lächerlich bzw. absurd.



Der vereinigte Geist ist in Übereinstimmung

mit dem erhabenen Weg.

Systemisches, nachhaltiges Denken, in dem Analytik dieselbe Rolle spielt wie das gemeinschaftliche Miteinander, wird aufhören, sich selbst zu bekämpfen und das Einzigartige in Mitarbeitern vernichten zu müssen. Erkennt ein Unternehmen sich selbst, wird es von alleine Weisheit erlangen.



Wenn es den Argwohn des Fuchses nicht mehr gibt,

lösen die Leidenschaften sich restlos auf.

Vertrauen führt.



So endet alles selbstbezogene Trachten

und ein Leben in wahrem Vertrauen ist möglich.

Das kindliche Gefühl der Minderwertigkeit macht Angst zur Paranoia und treibt jede Entscheidung in den egozentrischen, nicht dem Unternehmen dienlichen Selbstbezug. Erst das Vertrauen in andere führt schließlich in die eigene Heilung der Kindheitstraumata.



Mit einem einzigen Schlag sind wir befreit von den Fesseln.

Nichts hängt an uns und wir hängen an nichts.

Erst wenn der Mitarbeiter eines Unternehmens frei von Druck, Belohnung, Sanktionen und Zielen ist, wird er sein Wesen entfesselt und wird er seine Fähigkeiten voll und ganz einsetzen können.

 

Möchte jedoch jemand, dass dieser Mitarbeiter schneller arbeitet, verspricht man ihm Belohnungen, da man glaubt, dass auch er nicht alles gäbe, wenn man ihn dafür nicht bezahlte, vereinbart man mit ihm Ziele, die eigentlich nichts mit seiner Arbeit zu tun haben, macht man aus ihm einen dummen Roboter, der ohne Stromkabel keinen Handschlag mehr tut.



Alles ist leer, klar und selbst erleuchtend,

ohne Anstrengung des Geistes.

Gewinnt man mittels rationale und soziale Methodik seine kindliche Intuition zurück, weiß man, was zu tun ist, ohne darüber nachzudenken. Man vertraut sich selbst, einem Selbst das nichts weiter ist als die Intuition selbst.



Hier haben Gedanke, Gefühl, Wissen und Vorstellung keinen Wert.

In dieser Welt der Soheit gibt es weder Selbst noch Andere.

Problematisch in der Unternehmensführung sind:

  • "Letztes hatte ich da so einen Gedanken ..."
  • "Ich habe da so ein Gefühl ..."
  • "Ich weiß, was in solchen Momenten zu tun ist ..."
  • "Ich habe eine genaue Vorstellung von der Verhandlung ..."

Immer wird das Ergebnis am Funktionalen vorbei gehen.



Willst du in unmittelbare Harmonie mit dieser Wirklichkeit gelangen,

so erinnere dich, wenn der Zweifel kommt, einfach: Nicht zwei.

Unterwirft die Durchschnittsführungskraft einen Mitarbeiter,

handelt sie wie die Täter in seiner eigenen Kindheit.

Nicht nur heilt sie ihr eigenes Trauma damit nicht,

sie bestätigt es auch noch und bestraft sich selbst erneut (Stockholm).

 

Erst der Täter schafft das Opfer. Erst das Opfer schafft den Täter.

Kein Täter, kein Opfer. Kein Opfer, kein Täter. 

Dann ist alles Nicht zwei.

Bei Nicht zwei entsteht kein Schaden, sondern Intuition.



In diesem Nicht-zwei ist nichts getrennt und nichts ausgeschlossen,

ganz gleich, wann und wo und wie -

es duldet alle Widersprüche. 

Die Eigenschaften unserer Intuition sind:

  • Offenheit
  • Herzlichkeit 
  • Mitgefühl
  • Feinfühligkeit.

Es gibt keine Positionen, sondern nur Interessen, aus denen eine gemeinsame Strategie ohne die Notwendigkeit von Kompromissen gefunden werden kann.



Erleuchtung heißt, in diese Wahrheit einzutreten.

Ein Unternehmen zu führen bedeutet, die Waffen niederzulegen.



Und diese Wahrheit ist

Jenseits von Ausdehnung oder Zusammenziehung in Zeit und Raum.

Dies ist eine allgemeingültige Erkenntnis, die in guten wie in Krisenzeiten angewendet werden kann, ohne Ausnahme und ohne Unterschied.



In ihr währt ein einzelner Gedanke zehntausend Jahre.

Dies ist ein Koan - versuchen Sie, es zu lösen...



Leerheit hier, Leerheit dort -

aber das unendliche Universum steht immer vor deinen Augen.

Auch Leerheit ist nur ein Begriff. Wichtig ist es, Begriffe, Zeit und Raum hinter sich zu lassen.

 

Leerheit ist nicht leer. Sie ist nicht-leer.

 

Verstehen Sie schon, was dies bedeutet?

(Die Physik spricht hier von Schwarzer Materie.)



Unendlich groß, unendlich klein - kein Unterschied,

denn alle Definitionen sind verschwunden

und keine Grenzen sind zu sehen.

Gleich ob kleines, mittleres oder großes Unternehmen,

gleich ob Start-up oder Konzern:

 

Die Handlungsweise ist immer dieselbe und basiert auf

Transparenz, Nachhaltigkeit und Weisheit.



Das gleiche gilt für Sein und für Nichtsein.

Sein steht für intuitives Handeln des Wesens.

Nichtsein bedeutet, sich gelassen treiben zu lassen.

 

Nur Haben verhindert Sein und Nichtsein, denn Haben ist immer Krankheit.



Verschwende deine Zeit nicht mit Zweifeln und Argumentationen,

die mit Dem nichts zu tun haben.

Philosophieren über Unwichtiges,

wie Haben oder Nicht-Haben,

ist nur Zeitverschwendung.

Politiker haben die Welt immer schon in den Abgrund getrieben.



Ein Ding - alle Dinge bewegen sich ineinander

und vermischen sich ohne Unterscheidung.

Es ist wichtig, Unternehmen systemisch zu betrachten.

Man wird erkennen, dass alles einander beeinflusst

und untrennbar miteinander verwoben ist.

Hindern mich mein kleiner Verstand

oder fehlende Weisheit

oder nicht aufgelöste Kindheitstraumata

an dieser Erkenntnis, sollte ich meinen Platz anderen überlassen.



In dieser Verwirklichung leben heißt,

ohne Angst vor Nicht- Perfektion zu sein.

Perfektion mündet immer aus einem Überschuss an Selbstaggression. Man zerstört damit nicht kollateral die Umwelt, sondern gezielt sich selbst und damit auch das eigene Selbst. 

 

Merkt man dies nicht, kontrolliert das hieraus entstehende kleine Ich auf Basis dieses EGOs alle Prozesse des Lebens und damit das Leben selbst.

 

Dieser Selbsthass der Perfektion führt schnell zu Autoimmunerkrankungen. Spätestens dann sollte man erkennen und auf Selbstsuche gehen.

 

Hat man das Selbst gefunden und wird zum Selbst, nennt man dies Verwirklichung.



In diesem Vertrauen leben ist der Weg der Nicht-Dualität,

weil das Nicht-Duale eins ist mit dem vertrauenden Geist.

Perfektion zu überwinden bedeutet, sich selbst, also seinem Selbst, also der eigenen Intuition, der eigenen Wesensnatur zu vertrauen. Die Intuition unterscheidet nicht mehr zwischen dem einen und dem anderen. Denn sie ist auf einer ganz anderen Ebene unterwegs - der Ebene des Wissens und nicht mehr der Ebene des (An-)Zweifelns.



Worte!

Der Weg ist Jenseits von Sprache,

denn auf ihm gibt es kein Gestern, kein Morgen, kein Heute.

Gestern entsteht aus dem Limbischen System. Es gibt uns aktives Erinnerungsvermögen, kann also Erinnerung abrufen und uns bewusst machen.

 

Die Vorstellung über ein Morgen entspringt dem Neo-Cortex. Durch analytische Mustererkennung schließt er aus Vorgestern-Gestern-Heute auf die Existenz eines Morgen.

 

Heute - und jetzt - kommt aus Stammhirn und Bauchhirn. Bauchhirn kennt nur das Jetzt. Stammhirn kennt das Nicht-Jetzt. Limbisches System und Neo-Cortex unterteilen dies in Vergangenheit bzw. Zukunft.

 

Sind diese archaischen Gehirnareale aktiv, macht sich dies durch die Raum-Zeitliche Konstruktion von Gesten, Morgen und Heute bemerkbar. Die gedankliche Existenz der drei Zeiten zeigt also, dass das archaische System aktiv ist - und damit nicht das Selbst.

 

Auch Sprache entstammt diesem System:

  • Neo-Cortex: Inhalt
  • Limbisches System: Gefühle
  • Stammhirn: Brüllen und Winseln
  • Bauchhirn: Grunzen, Kreischen

Das Selbst erscheint, wenn all dies verstummt. Selbst-sein ist der Weg.