Ich glaube, es ist ganz schwer, zu erkennen, wer man wirklich ist, was da in einem geistert und sein Eigenleben führt, das man auch nicht schafft, unter Kontrolle zu bringen. Wahrscheinlich bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sich irgendwann als das zu erkennen, was man ist, auch wenn es bestimmten anderen Anteilen in einem nicht gefällt. Erst dann wird man wohl zum eigenen Wesen finden. Das Delta, die Sorge um die vermeintliche Differenz zwischen dem Ideal und dem eigenen Wesen, ist es, das die Ängste und damit das Kontrollierenwollen weckt. Doch je mehr man das Unkontrollierbare versucht zu kontrollieren, ihm etwas vorwürft, das es eigentlich gar nicht ist, umso größer wird der Wiederstand des Wesens. Doch wenn man es gefunden hat, werden auch die Trugbilder verschwinden, die man einst als grausam immanent empfunden hat und das wirkliche Licht wird sich zeigen. Dann hat die Flucht vor dem Vermeintlichen ein Ende, weil man das Wahrhaftige gefunden hat. Und damit verschwinden auch Dämonen und Illusionen. Sie lösen sich auf in der Verschmelzung aus Suchender und Gesuchtem. Beide werden zu einem.