Keiei-Do

Der Weg des Managements


Status

Keine Position

Jede Position im Unternehmen ist verwoben mit archetypischem Verhalten. Dieses spielt sich im Falle einer hohen Position in Stammhirn und Bauchhirn ab. Es geht um Unterwerfen und um das Vermeiden, selbst unterworfen zu werden. Pisition schützt, gibt Macht, grenz ab.

 

Dieses ursprüngliche Verhalten diente dem harten Überlebenskampf in der Wildnis, unter Fressfeinden. Es hat daher wenig mit Menschlichkeit zu tun, sondern liegt, gegensätzlich, noch vor dem Säugetier.

 

Eine der Ursachen für die Aktivierung dieses ursprünglichen Verhaltens ist Cortisol, das mit ursprünglichste Stresshormon. Es deaktiviert die oberen, intelligenten Hirnareale des archaischen Systems. Diese geben uns die Fähigkeiten, uns zu erinnern (Vergangenheit) und zu planen (Zukunft). Werden die Areale durch Stresshormone deaktiviert, können wir uns weder erinnern, noch planen und hierfür emotional und rational denken.

 

Daher führt jede verantwortungsvolle Position so gut wie immer in die vollständige Verdummung. Der Eigentümer hängt sich an der Pisition auf, die er hat, und findet seine Identität nicht mehr in dem, was er ist, und was ihn - zusammen mit seiner hierfür notwendigen Wandlungsfähigkeit - eigentlich ausmacht.

Kein Titel

Wozu braucht der Mensch einen Titel?

 

Der alte, auf hartes Überleben getrimmte, kämpferische Teil unseres archaischen Gehirnsystems sucht nach einer Identität. Diese entsteht immer aus Abgrenzung vom anderen.

 

Es geht um das Besser-Sein als andere - gleich wie irrsinnig dies erklärt wird.

 

Strebe ich einen Titel an, gleich in welchem hierarchischen System, liegt aus psychologischer Sicht immer eine gefühlte Minderwertigkeit oder Überheblichkeit (Narzissmus) vor.

 

Anstatt durch Macht und Status jedoch tatsächlich mehr zu sein als andere, nimmt man die Deaktivierung der hierfür eigentlich notwendigen höheren Areale in Kauf und lässt sich vom primitiven Teil des archaischen Systems in die Verblendung treiben.


Karriere

Der Wunsch, in der Organisation/ im Unternehmen Karriere zu machen, kommt häufig aus dem primitiven Teil des archaischen Systems. Die Ränge und Bruderschaften, in die man schnell gerät sind auch nur noch von diesem Primitiven geprägt (unterwerfendes Schwärmen).

 

Daher sollte genau hinterfragt werden, was die tatsächliche eigene Antriebskraft ist, die eine Karriere derart wichtig erscheinen lässt, dass man die errungene Menschlichekeit - in Form von Empathie und Denkvermögen - hierfür wieder aufgeben möchte und damit zu etwas wird, das in seiner Entwicklung noch weit vor dem Säugetier liegt.

Umgehen mit Status im anderen

Wie man sieht, ist Status widersprüchliche Illusion. Man denkt mehr wert zu sein, ist aber nicht einmal in der Entwicklungsstufe des Säugetieres angekommen.

 

Diese Verblendung ist damit eine Form von Psychopathologie.

 

Zwei grobe Wege gibt es, mit der Psychopathologie umzugehen:

  1. herzliches Mitfühlen mit dem anderen
  2. psychatrisches, professionelles Abgrenzen

Stellt man sich vor, man leitete die geschlossene Psychiatrie und ein Patient würde gerne mit "Jesus" angeredet werden. Man wird dies tun, weil man weiß, dass die Behandlung weit positiver verlaufen wird.

 

Ein Werturteil hierüber wird man sich als professioneller Psychiater nicht bilden müssen, denn es könnte einen selbst ebenso treffen. Ansonsten ginge es wieder um Macht und Status. Daher gilt es auch dem Menschen mit Macht und Status gegenüber, im das zu geben, was er braucht:

 

Wenn er als Gott behandelt werden möchte, behandelt man ihn als Gott. In diesem Moment ist damit auch keine eigene Unterwerfung verbunden sondern das Akzeptieren des psychisch Kranken im Gegenüber und somit das professionelle Ermöglichen einer Zusammenarbeit.

 

Wichtig ist dabei, weder Arroganz, Mitleid oder ein Belächeln herausschimmern zu lassen, da man sich ansonsten auf dieselbe Stufe des primitiven Psychopathologischen begeben hat - oder anders ausgedrückt: nicht den Archetypus des Gesunden Erwachsenen gewählt hat, sondern ebenfalls den des Primiven.

 


Herausforderung

Eine der größten Herausforderungen ist es, jedem Archetypus, dem man begegnet, das zu geben, was er braucht.

 

Natürlich wird man durch das eigene gesunde erwachsene Verhalten, das hierfür notwendig ist, das Gegenüber auch immer passiv in den Gesunden Erwachsenen Modus unbewusst heben/ bewusst zu heben versuchen.

 

Doch im Wesentlichen geht es um ein automatisches Verhalten, mit der Vielseitigkeit dieser Welt umgehen zu lernen und dieses Umgehenkönnen so zu üben, dass es zu einem Automatismus wird.

 

In diesem Moment fürchtet man sich auch nicht mehr vor macht- und statuserlegenen Menschen, sondern nimmt sie genauso hin wie der Pilot das Gewitter, det Kapitän den Schneesturm oder der Waldhüter den Bären in der Wildnis - souverän respektvoll und ohne Angst, Wut oder Verzweiflung.

 

Und natürlich gilt auch unter den Menschen dasselbe: Es ist immer besser, das unberechenbare Raubtier zu meiden. Somit:

 

Meide Menschen mit Macht und Status, oder, wie es im Film "Ein Hauch von Zen 2" heißt:

 

Es meidet der Weise in finsterer Zeit

Würden und Ämter und Ehrengeleit.

 

Dasselbe archetypische Grundmuster erkennen

Der Berserker als eigene Führungskraft ist wie das Gewitter für den Piloten:

 

Man kann darüber fluchen, es anschreien oder ignorieren.

 

Nichts davon hat jedoch Einfluss auf das Gewitter. Das Beste, das man tun kann, ist, es als gegeben zu akzeptieren und einen möglichst großen Bogen darum zu machen.

 

Archetypisch ist das Grundmuster und die damit verbundene Lebenslektion immer dieselbe, bei:

  • Gewitter
  • Orkan
  • Bär
  • Nielpferd
  • Durchschnittsführungskraft (95 %, macht- und statusorientiert)

 

Keine Unterscheidung.