System

Alles ist mit allem verbunden

Nichts exisitiert ohne das Andere



Kein besser - kein schlechter

Die müllsortierende Fließbandarbeiterin ist es, die Mehrwert schafft. Hierzu wird sie täglich in einer Atmosphäre arbeiten, die der Mensch im Generellen schon aus biologischen Gründen zu vermeiden versucht.

 

Der Müllmann bringt den Abfall von den Haushalten zum Fließband. Dies ist eine Selbstverständlichkeit in unserer Gesellschaft. Man hantiert mit Dreck, macht sich schmutzig und arbeitet körperlich.

 

Der Manager sorgt dafür, dass der Müll zum Fließband kommt. Er schließt Verträge mit der Stadt ab, mit den Mülltransporteueren, sorgt für den Bau und die Instanthaltung der Fließbänder und die Finanzierung der Arbeiterin - so wie auch seiner selbst. Geschaffen wird die Voraussetzung für das Entstehen von Mehrwert.

 

Wer ist wichtiger? Was ist anstrengender?

 

Wie schon in der Schule

In der Schule lernen wir als Kinder, wie unser Organismus funktioniert. Wir lernen über den Blutkreislauf, mit dem Herzen, unserem Gehirn und den vielen weiteren Organen.

 

Irgendwann werden wir mit der Frage konfroniert, welches der Organe das wichtigste ist. Schnell kommen Antworten wie das Herz oder der Gehirn.

 

Doch wie wir alle gelernt haben, gibt es keine Wichtigkeit. Sobald auch nur eines der Teilsysteme ausfällt, wird eine wichtige Funktion nicht mehr vorhanden sein, die im Gesamtzusammenhang notwendig ist, den inneren Wandel zu vervollständigen.

 

Reinigte die Niere nicht das Blut, könnte das Gehirn nicht mehr arbeiten. Arbeitet das Gehirn nicht mehr, endet der Herzschlag. Endet der Herzschlag, gelangt kein Blut in die Nieren.

Für nichts zu schade

So ist es wichtig, sich für nichts zu schade zu sein. Als Passant spreche ich die Obdachlosen genauso von Mensch zu Mensch an, wie der "Top-"Manager zum Fließband geht und mit seiner Kollegin spricht.

 

Dabei ist es wichtig, dies zu tun. Doch weit wichtiger ist es, es aus einer absoluten Selbstverständlichkeit heraus zu machen und nicht aus einem Akt der Heldenhaftigkeit.

 

Es geht dabei nicht um Anerkennung oder Eigenwerbung. Sondern es geht um einen vollständig menschlichen Akt des Miteinanders und Verständnisses dieser absoluten - nicht nur Verbundenheit - sondern auch Abhängigkeit in einem weit größen Kontext.

 

Leben und Arbeiten ist Sein. Sein ist prozessuale Abhängigkeit. Leben ist nicht Haben. Haben ist die Illusion, von allem anderem unabhängig zu sein. Illusion ist Selbsttäuschung. Selbsttäuschung ist Krankheit.