Nicht-Wissen

... als Voraussetzung von Anfängergeist


Das System verlassen

Die Gesellschaft, das System, wird uns immer wieder veruchen, etwas vorzugaukeln. Denn das System ist die Repräsentierung von

  • Voreingenommenheit
  • Schein-Wissen
  • Dummheit
  • Starrheit
  • Primitivheit
  • Brachiale Gewalt.

Kommt der neue Mitarbeiter einer Unternehmens zu seinen neuen KollegInnen am Fließband, wird er mit deren System konfrontiert. Es kann sein, dass er lernt, dass das Management dekadent ist und ausbeutend. Nimmt der Mitarbeiter dies an, wird er Teil des Systems. Man wird dies daran erkennen, dass er seinen neuen KollegInnen gegenüber dieselbe Propaganda fährt.

 

Wird das Kind in einer Familie aus Top-Managern groß, wird es von den Eltern und ihrem sozialen System eingebrannt bekommen, dass es bessere Menschen und schlechtere Menschen gibt - und es, das Kind, nur dann in das System passe, wenn es auch zu den besseren gehöre. Die entstehende Form wird das Kind zu 95 % für das Leben formen,

 

Flexibiltiät vs. Algorithmus

Den heutigen Computer kennzeichnet, dass er identische Aufgaben in hoher Geschwindigkeit und genauer Präzision verrichten kann. Dahinter liegt ein Algorithmus, der ihn darauf vorbereitet.

 

Dieses Algorithmus ist fest. Soll der Computer eine andere Aufgabe oder seine Aufgabe anders erledigen, muss der Algorithmus angepasst werden.

 

Der Mensch, an Stelle des Computers, kann sich selbst beobachtet und reflektieren. Seine Aufgabenabwicklung kann er somit nicht nur kontinuierlich optimieren, er kann sich auch auf andere Aufgaben schnell einfinden, seine erlernten Fähigkeit von alleine auf andere übertragen - bis hin zur Entscheidung, bestimmte Aufgaben gar nicht mehr zu verrichten.

 

 

Zwei Wesensarten

Auf dieser Basis unterscheidet KeieiDo zwei Arten von Wesen:

  • Systemmenschen, die glauben zu wissen, und an dieser Form und damit Fixierung festhalten. Sie sind die Computer und Roboter des Systems, die ihre Algorithmen und ihr Scheinwissen an alle anderen zu vererben versuchen, um auch diese Teil ihres Systems werdenzu lassen.
  • Wirkliche Menschen, die auf festes Wissen, Macht und Status - und damit, weit allgemeiner - auf Systemzugehörigkeit verzichten und stattdessen neugierig, fragend, feinfühlig und empathisch - also methodisch - auf ihre Welt zugehen, um hinter jeder Schablone das Tatsächliche zu erkennen.

Die Frage, die sich damit im Leben stellt, ist:

  • Möchte ich Roboter sein - und aussehen wie ein Mensch oder
  • möchte ich ein wirklicher Menschsein - und mich auch so verhalten

oder, anders ausgedrückt:

  • Bin ich eine starrte Wissensmaschine, für die Wissen Status, Macht und damit Ab- und Ausgrenzung bedeutet oder
  • bin ich Methodiker, der vorsichtig erfragt, und damit keine feste Form - in Form von Wissen - erlangt, das ihn bindet, sondern methodische Freiheit erlangt, die - durch Nicht-Wissen - nicht nur überhaupt erst, sondern weit schneller in ein wirkliches Verständnis hineinbringt.


Zwei Welten in einer

KeieiDo unterscheidet also zwei Welten. Im Großen:

  • System
  • Individuum

im Kleinen:

  • Roboter
  • Mensch (wirklichen).

Der Durchschnittsmensch bewegt sich laut Statistik zu

  • 95 % im System
  • 5 % außerhalb.

Ziel des KeieiDo ist es, den Durchschnittsmenschen, der mehr Roboter als wirklicher Mensch ist, zu erwecken und ihm zu helfen, sein System zu verlassen und ihn vom Roboter zum wirklichen Menschen zu machen.

 

Sollten Sie sich an den Begrifflichkeiten stören, ist es der Systemwächter ihn Ihnen, der Schwellwächter zur Oberwelt - in Termini der Heldenreise - der sie warnt, das Alte, Sichere zu verlassen. Denn, ist man erst einmal wahrer Mensch geworden, gibt es keinen Weg mehr zurück ins System. Wird man sich dessen bewusst, hat ihre Reise schon längt begonnen. Ist man sich dessen bewusst, ist man schon weit gereist.

 

Kein Gut - kein Schlecht

Im KeieiDo geht es nicht darum, zu werturteilen, ob das Eine besser oder schlechter als das andere ist:

  • System ist nicht gut oder schlecht
  • Roboter ist nicht gut oder schlecht
  • Individuum ist nicht gut oder schlecht
  • Wirklicher Mensch ist weder gut noch schlecht.

Das eine bedingt das andere. Das andere setzt das eine voraus

  • Würden wir das System, in das wir geboren werden von vorn herein vollständig verleugnen, könnte dies für uns den Tod bedeuten.
  • Würde wird nicht irgendwann das Dysfunktionale des System erkennen, würden wir nie erwachen - zum eignene individuellen Wesen, das in uns schlummert und vom System unterdrückt werden möchte.

Die Existenz des Systems ist somit Voraussetzung für den Individuationsprozess. Der Individuationsprozess ist wiederum die Voraussetzung dafür das System zu individualisieren.

 

Damit ist die Unmenschlichkeit des Systems Voraussetzung für eine wirkliche Menschwerdung. Wirkliche Menschwerdung ist Voraussetzung, die systemimmanente Geisteskrankheit zu heilen.

 

Agolrithmus schleicht sich ein

Setze ich mir als Mensch nun jedoch das Ziel, gerne zum Wirklichen Menschen zu werden und mein Roboterdasein hinter mir zu lassen,

  • ist diese Zielsetzung wiederum ein eigener Algorithmus
  • unterscheide ich den Wirklichen Mensch - als etwas Besseres - vom System - als etwas Schlechterem.

Beides:

  • der Algorithmus  (und)
  • die Unterscheidung

sind jedoch wiederum Merkmale des Systems und des darin vegetierenden Roboters.

 

Daher gilt im KeieiDo:

  • kein Ziel
  • keine Unterscheidung.

An deren Ziel tritt:

  • Einfach nur sein ... (selbst sein)

Daher geht es im KeieiDo um Selbstfindung und um Wesensfindung, sich mutig auf die Reise zu begeben und von dieser Reise nicht abzulassen, um aus der Nacht des Systems in den Tag des Selbstseins zu gelanten.

 

Auch Nacht ist nicht schlecht - auch Tag ist nicht gut. Beides bedingt einander:

  • kein Tag ohne Nacht
  • keine Nacht ohne Tag.

 



System bestimmt Geschwindigkeit

Das System, aus dem man sich heraus bewegen wird, wenn man sich auf die Reise begibt - die Reise zum eigenen Wesen und zum Selbst - ist dabei nicht nur Initiator für diese Reise.

 

Diese Absurdität will auch erst einmal vollumfänglich verstanden werden.

 

Gleichzeitig bestimmt das System auch die

  • Reisegeschwindigkeit
  • Reiseabschnitte.

Stelle ich mich als Mensch nämlich gegen das System - dies können wir aus unserer eigenen Pupertät oder der unserer Kinder am besten reflektieren - wird das Systen diesen Prozess nicht nur abbremsen.

 

Schnell wird man als Systemfeind erkannt und vom System auf dessen - immer vorhandene, weil systemimmanent - schwarze Liste gestellt werden. Man wird auch das System nicht verlassen können. Denn der Kampf gegen ein System ist Grundindiz dafür, noch weit mehr Teil genaus dieses Systems zu werden, das man doch eigentlich verlassen möchte.

 

System als Lehrmeister

Jede Revolution wird zu nächten Diktatur. Jedes systemzerstörende Element erschafft in seinem Fundamentalismus ein neues System.

 

Grund hierfür sind:

  • die Unterscheidung von Gut und Schlecht
  • der Gedanke, man wüsste es besser
  • das Nicht-Zuhören der subtilen Signale des Systems
  • die Gewalt, mit der man vorgeht.

Erst, wenn man das System nicht mehr ablehnt, sondern versucht, als - im ersten Moment völlig paradox - Lehrmeister wahrzunehmen, wird man eine Chance haben, es zu verlassen.

 

Es geht daher bei der Selbstfindung und Selbstwerdung niemals um einen Kampf. Sondern es geht vielmehr darum, das vermeintlich Fremdartige, Dunkle, Schattenhaft, Schlechte nicht mehr zu werten, sondern ihm demütig entgegenzutreten.

 

Demut wird hier als Wort verwendet, weil Dankbarkeit schnell ein Systemwort ist, das ein sich dem System Unterwerfen beinhalten könnte. Demut ist gemeint als tiefe Dankbarkeit für den Gesamtzusammenhang aus System und Menschlichkeit, nicht aber für das System.

 

 

Beispiel

Wird ein Mitarbeiter wegen nichtsystemkonformen Verhaltens vom System entlassen, geht aufgrund dieses Schocks und der damit verbundenen Verzweiflung zu einem Wirklichen Psychologen (außerhalb des Systems, 5 %) und lernt hierdurch das erste Mal über seine Wesensnatur kennen und entscheidet sich, dieser künftig mehr oder überhaupt erstmals im Leben wirklich Raum zu geben, gibt es zwei Reaktionsmöglichkeiten:

  1. Man ist nach ein paar Jahren dem System dankbar, dass es die Kündigung vollzogen hat, und den Rauswurf auf die Straße vollzogen hat.
  2. Man reflektiert nach ein paar Jahren, wie gut es war, dass all dies passiert ist.

Die Unterscheidung ist eine Gratwanderung zwischen zwei nur von einer dünnen Pergamentwand getrennter Welten:

  1. Dem Vernichter dankbar zu sein führt nicht nur zurück in das System und verhindet damit die Selbstwerdung wohlmöglich vollständig. Es kann auch sein, dass man damit das Verhalten des Systems gut heißt und die Kündigung von Mitabeitern beginnt zu propagieren. (s. auch Stockholm-Syndrom).
  2. "Jetzt soll ich diesem Monstum an Psychopathen auch noch dankbar darüf sein, dass er sich mir gegenüber derart verhalten hat", zeigt deutlich, was bei einem solchen Verhalten passieren würde. Daher geht es nicht um Dankbarkeit gegenüber dem System, sonderen die Dankbarkeit für die Erweckung der Erkenntnis, dass ich im System nicht nur ich selbst sein konnte und durfte. Dies ist mit Demut gemeint.