Innovationskulturen


Kulturelle Voraussetzungen

Bereits eine Landeskultur kann Innovation befürworten oder ihr entgegenwirken. Dasselbe gilt für die Unternehmens- und Teamkultur.

 

Förderlich für Innovationen sind:

  • Perfektionskulturen
  • Initiativkulturen
  • Kreativkulturen
  • Vorreiterkulturen

Deutschland hat zum Beispiel eine sicherheitsbezogene Regulationskultur. Jede Innovation ist der Feind einer Regel.

 

Japan hingegen lebt seit Jahrhunderten eine Perfektionskultur. Der japanische Durchschnittsmitarbeiter liefert an die 100 Innovationen im Jahr. 


Kulturhierarchien

Häufig gibt es starke Abhängigkeiten äußerer Kulturen auf weiter innen liegende:

  • Die Landeskultur wird die Unternehmenskultur prägen.
  • Die Unternehmenskultur hat Einfluss auf den Fachbereich.
  • Der Fachbereich beeinflusst das Team - das Team aber auch den Fachbereich.
  • Die Führungskultur beeinflusst das Team - und umgekehrt.

In Deutschland "einfach mal so" ein Innovationsteam zu gründen wird auf entsprechenden Widerstand von allen Seiten stoßen.

 

Vielmehr ist eine solche Einführung auch ein Prozess, der den hierarchisch benachbarten Kulturen - innen, außen, nebenan - den Nutzen und das Friedvolle einer solchen Kultur vorerst beweisen muss.

 


Innovationskultur


Eigenschaften

  • MA fühlen sich wohl
  • hohe Fehlertoleranz
  • keine Angst vor Veränderung
  • Freiräume (Raum und Zeit)
  • Diversitätsoffenheit
  • MA werden in Entscheidungen mit einbezogen/ beteiligt
  • Kommunikation mit- und untereinander wird gefördert
  • Gelebte Strategie
  • Scharmintelligenz ist wichtig

NoGo's

  • Feste Hierarchien
  • Status- und Machtorientierung
  • interne Konkurrenz
  • opportunistisches Vorgehen
  • klassische Führungskräfte
  • durchschnittliche Mitarbeiter
  • Ignoranz
  • Angst vor Veränderungen: "Das haben wir schon immer/ noch nie  so gemacht!"
  • gelebter Druck und Stress
  • Wertungen von oben
  • fehlender Respekt
  • fehlendes Vertrauen
  • fehlende Transparenz

Realites Paradoxon

Nicht selten streben Organisationen einerseits Innovation an - konterkarieren Bestrebungen in dieser Richtung aber gleichzeitig.

 

Hintergrund ist hier meist, dass ein Unternehmen ebenfalls in Teilpersönlichkeiten untergliedert werden kann. Sind diese nicht abgestimmt oder gar integriert, werden sie gegeneinander arbeiten, anstatt ein gemeinsames Ziel zu verfolgen.

 

Hierarchien, Strukturen und klassische Führungskräfte wirken generell meist innovationshinderlich.


Fördermöglichkeiten

  • Mitarbeiter ermutigen
  • Bewusste Freiräume schaffen
  • Kreative Gemeinschaftsräume 
  • Ansprechen konkreter Innovationsthemen
  • gemeinsame offene Kreativitätsworkshops
  • Kommunikationsplattformen
  • Innovationsverantwortung verteilen
  • Anreizsysteme (z. B. Lotterie)
  • Verhinderer deaktivieren
  • Anonymität
  • Gemeinsame Zukunftsvision

 

Risiken einer Ablehnung

Ebenso wichtig, wie das Fördern von Innovationen, ist der Umgang mit Ideen, die nicht umgesetzt werden. Reaktionen können sein:

  • Ungerechtigkeitsempfinden
  • Gefühl der Zeitverschwendung
  • Ablehnung statt Anerkennung
  • Enttäuschung
  • Unverständnis

Entstehen können unter anderem:

  • Demotivation
  • Trotz
  • Feindschaften
  • Vorbehalte

Hilfreiche Aspekte

  • Innovationsmanagement als eine Art Glücksspiel darstellen - nicht nur Genialität sondern auch Glück spielt eine Rolle.
  • 95 % Wahrscheinlichkeit einer Nicht-Umsetzung
  • Auf begrenzte Zeit und Mittel hinweisen
  • Strategischen Themenfokus setzen
  • aufzeigen, dass es keine Garantien gibt.
  • sehr kleine Beteiligungsbelohnungen in Form von einem Bonbon in das Postfach des Mitarbeiters - dieser gilt auch gleich als Trostpflaster
  • nicht von "Ablehnung" sprechen
    • keine Ablehnung
    • kein leider
    • kein nein
    • kein nicht
    • kein aber
    • kein Bedauern
    • kein Mitleid
  • Beteiligte in Lotterie einfließen lassen für eine Weihnachtstombola
  • Beteiligte auf einer Ehrenliste platzieren
  • Anerkennung der Beteiligten auf einer Feier