Claim-Beispiele



Zusagen

"Sollte der Projektleiter ausfallen, wird binnen eines Tages ein Stellvertreter seine Rolle übernehmen. Dieser wird vom Projektleiter hierfür kontinuierlich auf dem Laufenden gehalten."

Tatsächliche Beobachtung

"Das Projekt lieft dann tatsächlich zwei Wochen ohne Projektleitung. Der Projektleiter war krank geworden. Stellvertreter sollte offenbar ebenfalls krank gewesen sein. Dann stellte sich an den Fragen des Stellverteter schnell heraus, dass er nicht die leiseste Ahnung vom Projekt hatte. Eine Stellvertretung gab also es offenbar nicht."

Claim

Der Projektdienstleister hätte sicherstellen und nachverfolgen müssen, dass die Aussagen eingehalten werden. Ein schriftlicher Vertrag braucht immer einen Kümmerer - den Claim-Manager.

 

Der Auftraggeber hätte von vorn herein ein Treffen mit dem Stellvertreter arrangieren sollen und diesen in größeren Abständen Präsenz zeigen lassen sollen. Auch hier ist es der Claim-Manager, der hierfür sorgen kann - dieses Mal auf Seiten des Auftraggebers.



"Jeden zweiten Montag findet ein Planungsmeeting statt."

"Wir hatten uns dann alle diese Montage in den Kalender eingetragen und erfuhren dann erst vor Ort, dass das Meeting gar nicht eingeplant war. Noch zwei weitere Treffen sind danach ausgefallen. Auch dies haben wir vorab erst durch eigenes Nachfragen erfahren."

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein derart wichtiges Meeting in einem agilen Projekt nicht stattfindet ist sehr klein. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass dies immer wieder vorkommt. Der Claim-Manager sorgt vorab, währenddessen und nach dem Schadenfall für Transparenz und außergerichtlichen Ausgleich.



"Die Reinheit unseres Produktes liegt bei 99,999 Prozent. Dies garantieren wir. Unser Zulieferer und dessen Zulieferer sind darauf geprüft worden."

"Wir hatten die Reinheit zum Abnahmetermin von unserem Labor sicherheitshalber nachprüfen lassen. Was sich herausstellte, war, dass offenbar das Rohmaterial vom ersten Zulieferer unbrauchbar war."

Der Produzent hätte Reinheitsprüfungen bei jedem Zulieferer durchführen lassen können, kontinuierlich oder stichprobenartig. Schadenersatzklauseln hätten in den Vertrag integriert werden sollen - gültig für beide Zulieferer. Diese Aufgabe übernimmt auch hier wieder der Claim-Manager.

 

Zulieferer 2 hätte Zulieferer 1 vertraglich auf eine Grundreinheit festlegen müssen und diese nicht nur nachweisen lassen müssen, sondern hätte auch selbst Tests druchführen können. Auch hier könnten Schadenersatzklauseln auf die Bedeutung der Reinheit hinweisen und im Schadenfall Klarheit schaffen.



"Das Fahrzeug - zusammen mit den Spezialreifen, die von unserem Lieferanten gestellt werden - wird am 01.07. ausgeliefert."

 

"Das Fahrzeug wurde erst eine Woche nach dem vereinbarten Termin geliefert. Die Spezialreifen waren nicht montiert. Stattdessen gab es nur die Standardreifen. Man wollte uns die Nachlieferung dann in Rechnung stellen."

Auch hier hat ein Claim-Manager die Verantwortung, sich von vorn herein aller Risiken bewusst zu werden und diese für alle beteiligte Parteien transparent im gemeinsamen Vertrag zu kommunizieren und deren Bedeutungen kenntlich zu machen.